13.12. 20.00 UhrKein Koks für Sherlock Holmes nächste Vorstellung

 »The Seven Percent Solution«
 England 1976
 Regie: Herbert Ross
 Darsteller: Nicol Williamson,
 Robert Duvall,
 Alan Arkin,
 Laurence Olivier,
 Vanessa Redgrave
 113 Min.

 
 

Am 3. Mai 1891 stirbt Sherlock Holmes nach einem Handgemenge mit Professor Moriarty durch einen Sturz in die Reichenbach-Fälle in der Nähe von Genf. Dies behauptet jedenfalls sein Biograph Dr. Watson in einer 1893 unter dem Pseudonym Arthur Conan Doyle erschienenen Kurzgeschichte. Die nächste Veröffentlichung von Dr. Watson schildert das dramatische Wiederauftauchen von Sherlock Holmes 1894 nach "angeblichen" drei Jahre währenden Reisen durch Europa, Afrika und Asien. Die "Szene" in der Schweiz soll gestellt gewesen sein, um die Bande von Professor Moriarty zu täuschen.

Wir als gewiefte moderne Medienbeobachter und Dallas-Kenner riechen den Braten natürlich sofort. Was ist in diesen drei Jahren wirklich geschehen? Dasselbe fragte sich auch Nicholas Meyer. Anhand des glücklichen Fundes der Memoiren von Dr. Watson konnte er die Geschehnisse dieser drei Jahre rekonstruieren. In Wirklichkeit hatte nämlich Sherlock Holmes' bekannter Kokaingenuss begonnen, ernste Folgen zu zeigen. Als er eines Tages eine weltweite Invasion durch Austern vorhersagt, ist Dr. Watson gezwungen drastisch einzugreifen. Er verfrachtet ihn kurzerhand nach Wien zu dem berühmten Psychoanalytiker Sigmund Freud, der ihn von der Rauschgiftsucht kurieren soll. Bei der Behandlung treten einige überraschende Details aus seinem bis dato unbekannten Leben vor der Zeit als Detektiv zu Tage, die einem einige der Eigenheiten Holmes' erklärbar machen. Auch die detektivische Arbeit kommt nicht zu kurz, als eine andere Patientin Freuds entführt wird.

Buch und auch diese Verfilmung von Herbert Ross sind im Stile der Original Sherlock-Holmes-Geschichten gehalten. Beide gehen mit viel Liebe zum Detail vor und zeigen dabei bemerkenswerte Sachkenntnis über die Welt der Sherlock-Holmes-Geschichten. Ich denke, der Film ist für alle Fans ein absolutes Muss und für alle anderen eine ziemlich amüsante Spekulation über eine der ganz berühmten Gestalten der Literatur.

»These, my dear Watson, are the facts of the case. The only conclusion is : we should go and see the film.«
(Matto)